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Freitag, 23. Februar 2024
Verbesserte Stimmung in Handel und Bevölkerung

WIFO & HV rechnen mit einem Plus in 2024

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 07.02.2024 | |  
Der „Konjunkturreport Einzelhandel" des WIFO im Auftrag des Handelsverbandes zeigt, dass sich vor dem Hintergrund einer gesamtwirtschaftlichen Stabilisierung auch die Stimmungsindikatoren der österreichischen Einzelhandelsunternehmen langsam verbessern. Insbesondere die unternehmerischen Erwartungen hätten sich in den letzten Monaten anhaltend und überraschend positiv entwickelt. „Der Geschäftsgang im Einzelhandel fiel zu Jahresende hingegen erneut verhalten aus, sodass im Gesamtjahr real ein Umsatzrückgang von -3,4% zu Buche steht“, so der HV.

„Minus 3,4 Prozent Umsatzentwicklung im Vorjahr geben natürlich keinen Anlass zum Feiern. Aber zumindest 2024 dürfte die Entwicklung deutlich besser ausfallen. Im Zuge des Anstiegs des real verfügbaren Haushaltseinkommens hofft die ganze Branche auf eine stärkere Konsumnachfrage der privaten Haushalte. Das WIFO rechnet heuer mit einem Plus von 1,6 Prozent“, fasst Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, die wichtigsten Ergebnisse zusammen.

Die Stimmung der heimischen Einzelhandelsunternehmen hat sich in den letzten Monaten verbessert, sowohl bei der Lageeinschätzung wie auch in der Erwartung. Auch hat sich das Konsumentenvertrauen zuletzt aufgehellt, insbesondere bezogen auf die finanzielle Situation in den kommenden 12 Monaten. Nichtsdestotrotz zeigen die Umsätze bei den Händlern, wie auch die Konsumausgaben, eine schwache Entwicklung“, ergänzt WIFO-Ökonom Jürgen Bierbaumer.

Konjunktureller Abwärtstrend gestoppt

Positiv ist, dass die konjunkturelle Abwärtsentwicklung der heimischen Wirtschaft im Vorjahr zu Jahresende gestoppt werden konnte. Will sazu: „Nach dem BIP-Rückgang im 2. und 3. Quartal 2023 deuten erste WIFO-Berechnungen für das 4. Quartal auf einen leichten Zuwachs hin. Gemäß aktuellen Berechnungen dürfte sich die Entwicklung in der ersten Jänner-Hälfte weiter stabilisiert haben.“

Im Einzelhandel fiel der Geschäftsgang im November (real -2,2% gegenüber dem Vorjahr) und Dezember 2023 (real -2,8%) allerdings gedämpft aus. Vor allem im Nicht-Nahrungsmittelbereich war die Umsatzentwicklung erneut schwach. „Insgesamt hat der heimische Einzelhandel im Jahr 2023 einen Nettoumsatz von rund 75,3 Mrd. Euro erwirtschaftet. Preisbereinigt entspricht das laut Statistik Austria einem Minus von 3,4%. Im Branchenvergleich weist der Lebensmittelhandel ein reales Minus von -1% auf, der Non-Food-Handel muss -5,6% verkraften. Die Branchen mit der negativsten Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr sind der Elektro- und der Möbelhandel (-11,5%) sowie generell der E-Commerce (-7,5%)“, berichtet Will.

Stimmungsbild in Österreich zurzeit optimistischer als in Deutschland

Auch auf die Stimmung der österreichischen Einzelhandelsunternehmen haben WIFO und HV einen Blick geworfen und diese hat sich nach einer schrittweisen Eintrübung bis in den Herbst 2023 hinein zuletzt wieder gebessert. Seit der Oktoberbefragung hat sich der Anteil der befragten Unternehmen, welche die Konjunkturlage optimistischer einschätzen graduell erhöht. Die Verbesserung im Stimmungsbild in den vergangenen Monaten zeigt sich sowohl bei der aktuellen Lage als auch bei den Erwartungen. Besonders stark ausgeprägt war der Anstieg im Monat Dezember, insbesondere bei der Einschätzung der aktuellen Lage (+5,2 Punkte).

„Nach einem Rückgang im heimischen Konsumentenvertrauen im Herbst 2023, hat sich seither die Stimmung schrittweise verbessert“, sagt Will. „Insbesondere in den letzten beiden Monaten hat sich der Anteil der pessimistischen Einschätzungen zugunsten optimistischer Beurteilungen reduziert. In Deutschland hingegen hat sich entgegen der heimischen Entwicklung das Stimmungsbild seit Sommer 2023 tendenziell verschlechtert. Die heimischen Konsumenten sehen aktuell optimistischer auf die kommenden 12 Monate bezogen auf die eigene finanzielle Situation wie auch auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.“

10.659 offene Stellen im Einzelhandel

Die aktuelle schwache Wirtschaftsentwicklung spiegelt sich auch am Arbeitsmarkt, wie Will meint: „Der Bestand an unbesetzten Stellen ging sowohl im Einzelhandel als in der Gesamtwirtschaft weiter zurück und lag im Jänner im Einzelhandel bereits um fast 25% unter dem Vorjahres-Niveau. Der Einzelhandel bietet aber weiterhin mehr als 10.500 offene Jobs an.“

Ausblick: Konsumnachfrage steigt 2024 und 2025 moderat

Will gibt einen Ausblick: „Im Jahr 2023 gingen vom privaten Konsum keine Wachstumsimpulse aus. Für 2024 und 2025 wird im Zuge des Anstiegs des real verfügbaren Haushaltseinkommens wieder eine höhere Konsumnachfrage der privaten Haushalte erwartetet (+1,6% bzw. +2,0%). Darauf deuten auch die in die Zukunft gerichteten Konsumentenumfragen hin.“

 

 

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