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Sonntag, 21. Juli 2024
Action, Tedi, Kik & Co

Non-Food-Diskonter im Aufwind

Über den Rand Hintergrund | Dominik Schebach | 16.02.2024 | | 1  
Mit ihrem Mit ihrem "ungooglebaren" Produkten regen die Diskonter wie hier TEDi zum Spontankauf an und wildern dabei auch im Elektro-Segment. (© TEDi) In seiner jünsten Studie hat sich das Wirtschaftsforschungsinstitut RegioData das Wachstum der Non-Food-Diskonter in Österreich angesehen – und dieses ist tatsächlich beeindruckend. So konnten die führenden Diskonter wie Action, TEDi, Kik, NKD sowie Takko über die vergangenen Jahre nicht nur ein konstantes Wachstum verzeichnen, sie haben zusammen auch bereits mehr als 1000 Standorte in Österreich. Und nach Ansicht von RegioData wird sich dieser Trend auch die kommenden Jahre fortsetzen.

Selbst die Corona-Pandemie hat dem Wachstum der Non-Food-Diskonter keinen Abbruch getan. Während andere Einzelhandelsketten eine Verschnaufpause einlegen mussten, oder sich gar aus dem Markt zurückziehen mussten, setzten die Diskonter ihren Höhenflug fort. Den wohl stärksten Zuwachs hat dabei der hierzulande noch vor zehn Jahren völlig unbekannte Diskonter Action verzeichnet. Dieser zählt heute bereits 140 Standorte in Österreich. Bei Tedi sind es aktuell 180 Standorte, während es 2019 noch 135 waren. Dazu kommen noch Kik, NKD und Takko mit insgesamt weiteren 700 Standorten.

Aber nicht nur die großen Non-Food-Diskonter befinden sich auf Wachstumskurs: So zeigt vor allem Pepco eine bemerkenswerte Expansionsdynamik. Seit seinem Eintritt in den österreichischen Markt im Jahr 2021 mit 29 Filialen hat sich das europäische Unternehmen für Haushalts- und Kleidungssortimente auf nunmehr 59 Standorte ausgeweitet. Eine ähnlich starke Präsenz zeigt auch aus&raus mit der Eröffnung von 17 österreichischen Filialen im Jahr 2022. Im selben Jahr ist auch das deutsche Familienunternehmen Thomas Philipps mit 7 Filialen in den österreichischen Diskontmarkt eingetreten. Primark ist derzeit mit 5 großflächigen Standorten in ganz Österreich präsent, während TK Maxx bislang 18 Filialen betreibt.

Unterschiedliche Entwicklung der Kaufkraft

Die Ursache für diese Expansion des Diskont-Sektors, der durchaus auch im Elektro-Bereich wildert, machen die Marktforscher von RegioData in der unterschiedlichen Entwicklung der Kaufkraft innerhalb der Bevölkerungsgruppen aus. Obwohl die Gesamtkaufkraft im Durchschnitt steigt, vergrößert sich auch die einkommensschwache Bevölkerungsschicht – eine wichtige Zielgruppe für diese Unternehmen. Darüber hinaus lockt die breite und günstige Produktpalette der Diskonter mit sogenannten „ungooglebaren Produkten“, die die Kundschaft zum Spontankauf anregt.

Eine weitere Entwicklung, die sich im Zuge der Corona-Pandemie für Aktionswaren eröffnet hat, ist der Rückgang der Mietpreise für Handelsflächen, insbesondere in Einkaufszentren. Dies schafft günstige Expansionsmöglichkeiten, u.a. auch an erstklassigen Standorten, für Diskonter.

Die Kombination aus sehr günstigen Preisen, einer breiten Produktauswahl und mittlerweile auch sehr guten Standorten signalisiert weiterhin einen vielversprechenden Erfolgskurs für den Diskontermarkt in Österreich, der nur durch zwei Trends gestoppt werden kann: das veränderte Kundenverhalten (z.B. Anti-Fast-Fashion, Umweltbedenken, Konsumzurückhaltung usw.) und den rasch an Bedeutung gewinnenden chinesischen Diskonterportalen im Internet in Österreich (z.B. Temu, Shein).

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