Sonntag, 20. September 2020
Marketagent hört sich um

Wie stehen die Österreicher zu Innovationen?

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 02.03.2020 | |  
Ob faltbare Displays, das 5G-Netz oder neue Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz – laufend sind wir mit neuen Innovationen konfrontiert. Doch mit welchen Erwartungen stehen die Österreicher dem Drängen nach Innovation und Neuheit gegenüber? Inwiefern zählen die Österreicher zu den Innovations-Fans und in welchen Branchen werden Neuerungen mit Spannung erwartet? Antworten auf diese Fragen ermittelte Marketagent im Auftrag der NeuroPerformanceGroup im Rahmen einer repräsentativen Umfrage.

Vom Start-up über regionale Betriebe bis hin zu global bedeutenden Unternehmen, überall sind innovative Neuerungen gefragt und werden oftmals auch angestrebt. Doch mit welchen Erwartungen stehen die Österreicher dem Drängen nach Innovation und Neuheit gegenüber? Springen wir auf jeden Trend auf oder setzen wir doch eher auf Altbewährtes? Diesen Fragen widmete sich Marketagent im Auftrag der NeuroPerformanceGroup.

Wie einstmalige Innovationen zum festen Bestandteil des Alltags werden können, beweisen einige Beispiele eindrucksvoll, darunter vor allem das Smartphone, das für knapp 3 von 10 Österreicher die größte Innovation der letzten zwei Jahrzehnte darstellt (29%). In diesem Bereich wird ständig weiter verbessert und gefeilt. Doch nicht nur für den alltäglichen Bereich, sondern auch in Betrieben und der Industrie ist ein stetiges Streben nach Erneuerungen und Optimierung zu beobachten – aus Sicht der Befragten eine gute Sache, gelten doch Innovationen für knapp 92% als wichtiger Erfolgsfaktor von Unternehmen.

Insgesamt liegen Innovationen in Österreich im Trend, wie Marketagent sagt: Mehr als 9 von 10 Befragten stehen diesen mit positiven Gefühlen gegenüber (93%). Der Begriff der Innovation steht dabei für mehr als die Hälfte der Österreicher in erster Linie für Erneuerung, Modernisierung und Verbesserung. Von den Neuentwicklungen wird dabei nicht nur erwartet, dass diese aktuell (34%) sind. Im Mittelpunkt stehen vor allem auch Bequemlichkeit, Nutzen und die erleichterte Anwendung eines Produktes oder Services (21%). Kundenfreundlichkeit scheint insgesamt das A und O zu sein, wenn es um Erneuerungen geht: Die leichte Verständlichkeit des Produkt- und Servicenutzens (94%), dessen Relevanz (92%) sowie der einfache Wechsel vom alten zum neuen Angebot (91%) sind die Top 3 der wichtigsten Kriterien innovativer Produkte. Als wenig überraschend erachtet Marketagent folglich auch, dass mehr als 9 von 10 Befragten (92%) dem Einbeziehen der Kunden in den Entwicklungsprozess einer Innovation einen positiven Einfluss zuschreiben.

Sich selbst sehen die Österreicher allerdings kaum als „Innovator“ an. Nur knapp 7% können von sich sagen, dass sie über neue Produkte stets informiert sind und diese zuerst nutzen. Der Anteil nimmt dabei mit dem Alter ab. Jeweils etwa 4 von 10 Befragten sehen sich als „Early Adopter“, die neue Produkte gerne ausprobieren, aber nur ausgewählten Trends folgen, beziehungsweise als „Early Majority“, die erst einmal den Erfolg einer Innovation abwarten, bevor sie diese selbst nutzen. Die Übrigen stehen neuen Produkten und Marken als „Late Majority“ eher skeptisch gegenüber und wenden sie nur gezwungenermaßen an (6%) oder legen als sogenannte „Laggardskeinerlei Wert auf neue Trends, sondern setzen auf Altbewährtes (8%).

Innovationen zwischen Begeisterung und Skepsis

Für den deutlichen Großteil der Österreicher (84%), darunter vor allem für erstere drei Gruppen Innovator, Early Adopter und Early Majority, überwiegen die Vorteile von Innovationen. Jeweils etwa 6 von 10 Befragten schätzen den technischen Fortschritt sowie die Erleichterung des Alltags, die damit einhergehen. Innovative Produkte und Services würden darüber hinaus vor allem zu Verbesserungen in diversen Bereichen führen, beispielsweise in Hinblick auf neue Funktionen (58%), die Optimierung des Produktes oder Services insgesamt (56%) sowie die Lebensqualität (53%).

Doch Innovationen haben es auch schwer, sagt Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent. Eine „Erneuerung“ würde nicht zwingend eine „Verbesserung“ bedeuten, kritisiert mehr als jeder Zweite. Auch die zusätzliche finanzielle Belastung aufgrund der fehlenden Kompatibilität mit „alten“ Systemen (44%) sowie allgemein höhere Kosten für die Konsumenten (35%) werden bemäkelt. Nur knapp ein Drittel der Innovationen wird außerdem als echte Neuheit bewertet, zwei Drittel gelten stattdessen eher als Modifikationen bestehender Produkte. Die Durchsetzung am Markt stellt in Folge vor weitere Herausforderungen. Aus der Sicht von mehr als 8 von 10 Befragten stellt diese einen schwierigen Schritt dar, den nach Einschätzung der Österreicher auch nur durchschnittlich 28% der Neuentwicklungen meistern. Vor allem finanzielle Barrieren gelten für mehr als die Hälfte der Befragten als größte Stolpersteine bei der Entstehung und Etablierung von Innovationen, ergänzt Lisa Patek, Marketingleiterin von Marketagent.

Potenzial für Innovationen

Mit besonderer Spannung werden von jeweils knapp jedem Zweiten Neuheiten im Bereich der Energie (49%), IT (49%), Pharmazie und Medizin (47%) sowie Automobilindustrie (47%) erwartet. Das Interesse richtet sich dabei einerseits auf Themen des persönlichen Wohlbefindens wie Gesundheit (51%), Wohnqualität (43%) und Pflege (40%). Andererseits stehen auch Problemfelder der Nachhaltigkeit und des Schutzes unseres Planeten wie der Kampf gegen den Klimawandel (48%), Umweltschutz (47%) und Energieversorgung (44%) im Fokus. Ein besonders hoher Innovationsgrad wird dabei von jeweils 8 bis 9 von 10 Befragten den Sparten IT, Telekommunikation und Automobil zugeschrieben. Passend dazu wird Apple als innovativste Marke der Welt genannt, gefolgt von Tesla, Google, Amazon und Microsoft, führt Thomas Schwabl weiter aus. Im Gegensatz dazu besteht für jeweils gut 3 von 10 Österreichern im Bereich des öffentlichen Dienstes sowie des öffentlichen Nahverkehrs innovations-technisch noch Luft nach oben.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.