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Donnerstag, 25. Juli 2024
Elektronik und Bekleidung sind die Online-Kassenschlager

Onlineumsätze in Ö auf 12 Milliarden angewachsen

Hintergrund | Stefanie Bruckbauer | 01.02.2022 | |  Unter der Lupe
Die Onlineumsätze in Österreich sind 2021 laut einer RegioData Research-Analyse auf 12 Milliarden Euro angewachsen. Der Onlineanteil im Bereich „Elektro, Foto & Computer“ liegt mittlerweile schon bei über 40%. (Grafik: RegiData Research) Die Onlineumsätze in Österreich sind 2021 laut einer RegioData Research-Analyse auf 12 Milliarden Euro angewachsen. Der Onlineanteil im Bereich „Elektro, Foto & Computer“ liegt mittlerweile schon bei über 40%. (Grafik: RegiData Research) Eine Erhebung von RegioData Research zeigt die vorläufigen Ergebnisse des Onlinehandels für das Jahr 2021: Jeder Österreicher kaufte im Jahr um durchschnittlich 1.350 Euro im Internet ein, das sind um +14% mehr als noch vor einem Jahr. Wie RegioData Research sagt, unterliege das Einkaufsverhalten im Netz aktuell einem sich rasch wandelnden Prozess, und das spüre sogar Internetgigant Amazon, der scheinbar Marktanteile eingebüßt hat.

Wie die Ergebnisse der RegioData Research-Erhebung zeigen, werden Online 260 Euro für Bekleidung und ganze 250 Euro für Elektro- und Elektronikgeräte ausgegeben. „Diese mittelfristigen Bedarfsgüter wandern demnach bereits zu 30% bis 40% ins Netz“, sagt RegioData. Eine stark steigende Entwicklung lässt sich auch rund um Besorgungen des lang- und kurzfristigen Bedarfs verzeichnen. So belaufen sich die Online-Ausgaben für Möbel auf rund 120 Euro, gefolgt von den Lebensmittelausgaben mit durchschnittlichen 80 Euro, wobei letzterer Anstieg größtenteils auf die Pandemie samt Ausgangsbeschränkungen, Gastronomiesperren sowie Home Office zurückzuführen sei. Eine laut RegioData „durchaus bedeutende“ Frage für die künftige Entwicklung des gesamten Onlineanteils sei, inwieweit es dem insgesamt umsatzstarken Lebensmittelhandel mit seiner überwiegend stationären Verwurzelung gelingt, ertragreich und langfristig Onlineshops zu bewirtschaften.

Österreich im europäischen mittleren Spitzenfeld

Im internationalen Vergleich siedelt sich Österreich mit aktuell etwa 17% Onlineanteil aller Ausgaben der privaten Haushalte direkt im mittleren Spitzenfeld an. Europaweit positioniert sich nur Großbritannien mit 27% deutlich darüber, während Deutschland und Dänemark lediglich um ein Quäntchen höher als Österreich liegen. Wohin die Reise gehen kann, wird mit einem Blick auf den asiatischen Raum deutlich: China sichert den internationalen Spitzenplatz der Online-Kaufkraft mit satten 40%, Südkorea den zweiten Platz mit 35%. Zum Vergleich: In Europa variiert der Onlineanteil stark zwischen 4% und 18%.

„Konzentrationsprozess im Internet gestoppt“

Die letzten Jahre waren durch steigende Marktanteile der „Big Three“ – Amazon, Otto und Zalando – geprägt. Insgesamt konnten diese Unternehmen kontinuierlich steigende Marktanteile erreichen. Zuletzt gaben die Österreicher 34% aller Onlineausgaben bei einem dieser drei Unternehmen (inkl. Amazon Marketplace) aus. RegioSata erklärt: „Aktuell steigen die Umsätze zwar immer noch, doch nicht mehr ganz so rasch wie der Markt selbst: Einerseits entstehen viele spezialisierte Anbieter und virtuelle Marktplätze, andererseits greifen die Österreicher mittlerweile auch online etwas mehr auf lokale Anbieter zurück. Summa Summarum konnte dies eine auffällige Entwicklung in Gang setzen, nämlich eine Stagnierung der zuvor wachsenden Marktanteile aufseiten der Online-Giganten.“

Ladensterben im Internet

Die Zahl der Onlineshops, die für Österreicher relevant sind, legt stetig zu und befindet sich momentan bei knapp 9.000. Davon könne jedoch nur ein geringer Teil Umsätze erwirtschaften, die den Aufwand für den Betrieb, das Marketing und die dahinter stehende Logistik decken. RegioData schätzt, dass nur 350 Shops die 1-Million-Euro Marke umsatztechnisch tatsächlich knacken können. Dies habe zur Folge, dass viele Shops nach kurzer Zeit nicht mehr aktiv gepflegt werden – „verspeist werden sie größtenteils ohnehin schon von den Marktplatz-Riesen oder vegetieren einfach dahin“, sagt RegioData.

Virtuelle Marktplätze

Der Amazon Marktplatz saugt etwa 12% aller Onlineumsätze der Österreicher ab, wie RegioData berichtet. „Prinzipiell dreht sich alles um die Sichtbarkeit im Netz, welche letztendlich nur ein großer Player sicherstellen kann. Dass dieser Trend seitens der ‚restlichen‘ Handelsgiganten keineswegs verschlafen wurde, zeigen frisch gelaunchte Online-Marktplätze von Zalando, Douglas oder MediaMarktSaturn und Co. gut auf. Neben vielen externen Partnern bedarf ein derartiges Vorhaben selbstverständlich viel Kapital, das mittlerweile aufgebracht werden muss, um relevant bleiben zu können. Auch lokal ist die virtuelle ‚Aufrüstung‘ bemerkbar. Neben dem schon seit längerem bestehenden Shöpping, das mit österreichischen Händlern wirbt, ist auch mit AgoraOnline ein Marktplatz für regionale Kleinbetriebe online gegangen. Die österreichische Landwirtschaft ist mit Markta, einem Online Bauernmarkt für regionale Bio-Produkte, nun ebenfalls im virtuellen Marktplatz Olymp angekommen.“

„Erfolgswelle des Onlinehandels zweifellos nicht zu stoppen“

RegioData sagt, dass die Erfolgswelle des Onlinehandels zweifellos nicht zu stoppen sei. Intelligente Möbelplanung, Live-Shopping, Virtual Intelligence (VI) etc. werden das Bild bald nachhaltig verändern. Erweitert werde auch um das sogenannte Voice Shopping, das im Wesentlichen potenzielle Kunden während des Online-Einkaufs mithilfe der Sprachsuche erreichen und unterstützen möchte. Digitale und physische Einkaufserlebnisse werden zusehends miteinander verschmelzen und dadurch eine gegenseitige Befruchtung akzentuieren. An Ideen für eine zukunftsgerechte und innovative Online-Erfahrung dürfte es jedenfalls nicht mangeln.“

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