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Samstag, 25. Mai 2024
Editor's ChoiceHot!Juni 2024: Kürzung von 130 Stellen

Versuni (ehemals Philips DA) schließt Niederlassung in Klagenfurt

Die Branche | Stefanie Bruckbauer | 30.08.2023 | | 2  Unternehmen
Kompetenzzentrum Klagenfurt: Versuni (ehemals Philips Domestic Appliances) wird seine Entwicklung und Produktion von Haushaltskleingeräten Mitte 2024 schließen. (Bild: Philips) Kompetenzzentrum Klagenfurt: Versuni (ehemals Philips Domestic Appliances) wird seine Entwicklung und Produktion von Haushaltskleingeräten Mitte 2024 schließen. (Bild: Philips) Wie hinter vorgehaltener Hand getuschelt, in der Kleinen Zeitung auch schon berichtet und mittlerweile gegenüber elektro.at bestätigt wurde, wird Versuni (ehemals Philips Domestic Appliances) seine Entwicklung und Produktion in Klagenfurt im kommenden Jahr schließen. Lesen Sie hier die Erklärung für diesen Schritt, die Versuni gegenüber der Redaktion abgegeben hat.

2024 soll es soweit sein: Der Versuni-Standort in Klagenfurt (wo Haushaltskleingeräte der Marke Philips entwickelt und produziert werden) wird geschlossen. 130 Beschäftigte sind betroffen. Die Gründe für diesen Schritt erklärt Versuni (Philips) in schönster Konzernprosa gegenüber elektro.at wie folgt:

„Als Teil der laufenden Versuni-Strategie, weltweite R&D-Tätigkeiten zu optimieren, wurde die Entscheidung getroffen, den internen Hardware-Innovationsbereich zu reduzieren und unsere digitalen R&D-Geschäfte in Europa zu verstärken. Aufgrund dessen kommt es zur Schließung der österreichischen Versuni-Niederlassung in Klagenfurt. Nach Abschluss der Verhandlungen mit dem Betriebsrat in Österreich führt dies voraussichtlich mit Juni 2024 zur Kürzung von 130 Stellen. In dieser aktuellen Übergangsphase ist es unsere oberste Priorität, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Klagenfurt Unterstützung zu bieten, während diese Pläne umgesetzt werden. Wir geben die bevorstehenden Änderungen zum jetzigen Zeitpunkt bekannt, um den betroffenen Angestellten eine ausführliche Vorlaufzeit zu geben und einen möglichst nahtlosen Übergang für unseren Geschäftsbetrieb zu gewährleisten

In den letzten Jahren sind zahlreiche Konkurrenten in den Küchengerätemarkt eingetreten, was zu ständig im Wandel begriffenen Alleinstellungsmerkmalen geführt hat. Wir haben unsere Ressourcen und Kapazitäten ausführlich evaluiert und unsere finanziellen Modelle einem Stresstest unterzogen, um ein Modell zu finden, mit dem wir in diesem Bereich weiterhin eine strategische Position einnehmen können.

 Aufgrund dessen haben wir entschieden, unser R&D-Modell im Bereich Kitchen Life weiter in Richtung Branded OEM zu verlagern. Wir stärken unsere Partnerschaften mit Anbietern, um unsere Go-to-Market-Prozesse zu beschleunigen und bei technischen Möglichkeiten aus dem Vollen schöpfen zu können. Wir werden unsere Partnerschaften mit strategischen Anbietern weiter verstärken, um auch zukünftig Innovationen im Airfryer-Bereich schnellstmöglich auf den Markt zu bringen.“

Ein Blick zurück

Anfang 2020 gab Royal Philips bekannt, den Geschäftsbereich Domestic Appliances, also Haushaltskleingeräte, in ein eigenständiges Unternehmen zu separieren, um ihn verkaufen zu können (elektro.at berichtete). „Domestic Appliances“ umfasst die Produktgruppen Bodenpflege, Bügeln, Luft, Espresso (Saeco) sowie Air Fryers. Im März 2021 wurde die asiatische Investmentgesellschaft Hillhouse Capital als neuer Eigentümer dieser Sparte präsentiert. (elektro.at berichtete)

Die Produktgruppen Oral Health Care (Zahnpflege mit Sonicare), Mother & Child Care, Male Grooming (Rasierer, etc) und Beauty gehören bis heute unter dem Titel „Personal Healthweiterhin zum Unternehmen Royal Philips, das sich ja laut eigenen Angaben in Richtung eines Gesundheitskonzerns entwickeln möchte.

Über die Grenzen hinweg

Mitte 2021 wurde die österreichische Zentrale von Philips Austria in Wien geschlossen, der Großteil der Mannschaft entlassen (elektro.at berichtete). Man wolle sich „insgesamt europäischer aufstellen“ hieß es damals auf Nachfrage von E&W. Das hieß: Es werde kein Philips Austria, Philips Schweiz oder Philips Deutschland mehr geben, sondern die Ansprechpartner und Verantwortlichen seien überall in DACH verteilt und agieren über die Grenzen hinweg. DACH ist heute eine von sieben Regionen in Europa. Die Vertriebs- und Marketingleitung wurde DACH-übergreifend besetzt. Der Philips-Außendienst, der die heimischen Fachhändler bis dato betreute, wurde durch eine externe Agentur ersetzt.

Philips Domestic Appliances wird zu Versuni

Das nächste Mal ließ die Sparte Philips Domestic Appliances (bzw. deren neuer Besitzer Hillhouse Capital) Anfang dieses Jahres aufhorchen. Es wurde darüber informiert, dass „Philips Domestic Appliances“ künftig den Namen „Versuni“ (eine Kombination aus „Universum“ und „Universal“) tragen wird (elektro.at berichtete). Als Lizenznehmer von Royal Philips führt Versuni weiterhin die Marke „Philips“ sowie die Marken Saeco, Gaggia und Philips Walita bei Haushaltskleingeräten.

Standort Klagenfurt: Versuni „zieht aus“

Klagenfurt ist eines von 5, 8 oder 11 (abhängig davon welche Quelle man hernimmt) weltweiten Philips-Kompetenzzentren für Haushalts-, Küchen- und Körperpflegeprodukte. Dort wird für den Weltmarkt geforscht, entwickelt und produziert.

Aktuell entwickeln und produzieren im Kompetenzzentrum in Klagenfurt zwei Unternehmen: Zum einen Royal Philips (seine Körperpflege- und Beauty-Produkte wie zB Bürstenköpfe für Sonicare Zahnbürsten), und zum anderen Versuni (seine Haushaltskleingeräte wie zB den AirFryer). Das Unternehmen Versuni wird seine Entwicklung und Produktion aus oben genannten Gründen Mitte 2024 schließen. Royal Philips bleibt (mit seinen knapp 200 Mitarbeitern) und wird auch weiterhin in Klagenfurt seine Körperpflegeprodukte entwickeln und produzieren.

 

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Kommentare (2)

  1. Ge ge in Klagenfurt wird etwas entwickelt, was den das was es beim Chinamann ohnehin um ein zehntel des Preises schon gibt.
    Vermutlich werden die Wörter Entwickeln und Einkauf verwechselt.

  2. Kompetenz – Center, lachhaft. Diese Akt zeigt wieder einmal, dass zumindest die techn. Konsumgüter mittelfristig alle aus dem Osten kommen. Von wegen Wertschöpfung.

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